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Schieferoptik aus Stahl: Der komplette Ratgeber zu Karo Modulen für Dach, Fassade und Kamin

Dachgaube eines Wohnhauses mit anthrazitfarbenen Karo Modulen in Schieferoptik – die rautenförmigen Metalldachschindeln erzeugen ein elegantes Muster auf dem Steildach, blauer Himmel im Hintergrund





Von Julius Wachner · dachbleche-online.de


Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Karo Module?
  2. Karo Module vs. Naturschiefer – der ehrliche Preisvergleich
  3. Die drei Varianten im Detail: Karo 245, 345 und 555
  4. Einsatzgebiete: Dach, Fassade, Gaube und Kamin
  5. Montage und Unterkonstruktion
  6. Beschichtungen und Farben
  7. Karo Module berechnen – unser Mengenrechner
  8. Kosten im Detail: Was kostet ein Quadratmeter wirklich?
  9. Vorteile und Nachteile gegenüber Naturschiefer
  10. Häufige Fragen (FAQ)

Was sind Karo Module?

Wer schon einmal durch die Altstadt von Goslar spaziert ist oder an einem frisch sanierten Fachwerkhaus im Sauerland vorbeigefahren ist, kennt den Anblick: dunkle, rautenförmige Schieferplatten, die sich wie ein feines Netz über Dach und Fassade legen. Diese Optik hat etwas Zeitloses – sie wirkt edel, handwerklich und irgendwie „richtig”. Genau diesen Eindruck erzeugen Karo Module, nur eben nicht aus Naturstein, sondern aus verzinktem Stahl.

Karo Module sind kleinformatige Dach- und Fassadenpaneele, die in ihrer Form an die klassische Schieferraute erinnern. Sie werden um 45 Grad gedreht auf einer Vollschalung montiert und erzeugen so das typische Rautenmuster, das man von hochwertigen Schieferdächern kennt. Der Hersteller Blachy Pruszyński – einer der größten Blechverarbeiter Europas – fertigt sie aus 0,50 mm starkem, verzinktem Stahl und versieht sie mit hochwertigen Beschichtungen, die je nach Variante bis zu 50 Jahre Garantie bieten.

Das Besondere: Karo Module vereinen die Ästhetik eines Schieferdachs mit den praktischen Vorteilen eines Metalldachs. Kein Moos, kein Algenbefall, kein Brechen bei Frost, kein Gewichtsproblem für den Dachstuhl. Und – das ist für viele der entscheidende Punkt – zu einem Bruchteil der Kosten eines echten Schieferdachs. Wer sich generell für die Vorteile von Metall gegenüber herkömmlichen Dachziegeln interessiert, findet in unserem Vergleich Dachziegel vs. Pfannenblech weitere Argumente. Auch unser Dachplatten-Vergleich ordnet die verschiedenen Materialien ein.

Kurz gesagt: Karo Module sind die Antwort auf die Frage, wie man Schieferoptik bekommt, ohne Schieferpreise zu bezahlen.


Karo Module vs. Naturschiefer – der ehrliche Preisvergleich

Lassen Sie uns direkt über Geld reden, denn das ist meistens der Punkt, an dem die Entscheidung fällt. Naturschiefer ist wunderschön – keine Frage. Aber er ist auch teuer. Sehr teuer. Und zwar nicht nur beim Material, sondern vor allem bei der Verlegung.

Naturschiefer: Was kostet das wirklich?

Die Kosten für ein Schieferdach hängen stark von der gewählten Deckungsart ab. In Deutschland sind vier Varianten verbreitet, die sich erheblich im Preis unterscheiden:

Deckungsart Kosten pro m² (Material + Verlegung) Charakter
Rechteckdeckung 60 – 90 €/m² Modern, klare Linien, günstigste Variante
Schuppendeckung 75 – 100 €/m² Klassisch, gleichmäßiges Erscheinungsbild
Altdeutsche Deckung 120 – 160 €/m² Traditionell, lebendige Struktur, handwerklich anspruchsvoll
Wilde Deckung 130 – 180 €/m² Rustikal, jede Platte individuell angepasst, am teuersten

Allein das Material (Naturschiefer) kostet zwischen 45 und 65 €/m². Dazu kommen die Verlegekosten, die bei Schiefer deutlich höher ausfallen als bei anderen Dacheindeckungen, weil jede Platte einzeln zugeschnitten und befestigt werden muss. Ein Schieferdecker ist ein Spezialist – und Spezialisten kosten entsprechend. Einen detaillierten Überblick über alle Kosten einer neuen Dacheindeckung finden Sie in unserem Ratgeber Dach neu decken: Kosten & Anleitung 2026.

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche bedeutet das:

Deckungsart Gesamtkosten (120 m²)
Rechteckdeckung 7.200 – 10.800 €
Schuppendeckung 9.000 – 12.000 €
Altdeutsche Deckung 14.400 – 19.200 €
Wilde Deckung 15.600 – 21.600 €

Karo Module: Was kostet der Quadratmeter?

Jetzt der Vergleich. Karo Module gibt es in drei Größen, und der Preis pro Quadratmeter variiert je nach Variante. Hier die reinen Materialkosten (Module, Startmodule und Halter), ohne Unterkonstruktion und Montage:

Variante Modul-Preis Stk/m² Materialkosten ca. pro m²
Karo 245 (245 × 245 mm) 6,95 € 16,67 ca. 125 €/m²
Karo 345 (345 × 345 mm) 8,95 € 8,40 ca. 85 €/m²
Karo 555 (555 × 555 mm) 14,95 € 3,25 ca. 55 €/m²

Hinweis: Die Materialkosten beinhalten Module inkl. 10 % Verschnitt, Startmodule und Befestigungshalter. Alle Preise inkl. MwSt.

Die Montage von Karo Modulen ist deutlich einfacher als die Verlegung von Naturschiefer. Ein erfahrener Dachdecker oder auch ein ambitionierter Heimwerker kann die Module auf einer vorbereiteten Vollschalung mit Unterspannbahn montieren. Die Verlegekosten liegen erfahrungsgemäß bei 25 – 40 €/m² – also deutlich unter den 40 – 80 €/m², die ein Schieferdecker für Naturschiefer berechnet.

Der direkte Vergleich auf einen Blick

Kriterium Naturschiefer (Schuppendeckung) Karo 345 (beliebteste Variante)
Materialkosten 45 – 65 €/m² ca. 85 €/m²
Verlegekosten 40 – 60 €/m² 25 – 40 €/m²
Gesamtkosten pro m² 85 – 125 €/m² ca. 110 – 125 €/m²
120 m² Dachfläche 10.200 – 15.000 € ca. 13.200 – 15.000 €
Gewicht ca. 25 – 35 kg/m² ca. 2,7 kg/m²
Lebensdauer 80 – 100+ Jahre 50+ Jahre (PURMAT-Beschichtung)
Wartung Regelmäßige Kontrolle, Einzelplatten ersetzen Praktisch wartungsfrei
Fachbetrieb nötig? Ja, Schieferdecker-Fachbetrieb Nein, jeder Dachdecker / ambitionierter Heimwerker
Moos-/Algenbefall Ja, typisch nach 10–15 Jahren Nein
Frostschäden Möglich (Abplatzen) Nein
Brandschutz A1 (nicht brennbar) A1 (nicht brennbar)

Was fällt auf? Bei der Schuppendeckung – der beliebtesten Schieferdeckung – liegen die Gesamtkosten in einem ähnlichen Bereich wie bei Karo 345. Der entscheidende Unterschied liegt aber nicht nur im Preis, sondern in den Folgekosten: Ein Schieferdach muss regelmäßig gewartet werden, einzelne gebrochene Platten müssen ersetzt werden, und nach 30–40 Jahren steht oft eine Teilsanierung an. Karo Module aus Stahl kennen diese Probleme nicht.

Wer die Altdeutsche Deckung oder gar die Wilde Deckung als Referenz nimmt, spart mit Karo Modulen erheblich – bei einer vergleichbaren Optik aus der Entfernung.

Unser Fazit: Karo Module sind keine „Billig-Alternative” zu Naturschiefer. Sie sind eine technisch überlegene Alternative in einer ähnlichen Preisklasse, die bei den Folgekosten deutlich günstiger abschneidet.


Die drei Varianten im Detail: Karo 245, 345 und 555

Blachy Pruszyński bietet Karo Module in drei Größen an. Die Wahl der richtigen Variante hängt von der Fläche, dem gewünschten Erscheinungsbild und dem Budget ab.

Karo 245 × 245 mm – das Feinformat

Das kleinste Modul erzeugt das feingliedrigste Rautenmuster auf der Fläche. Mit 16,67 Stück pro Quadratmeter entsteht ein Bild, das dem eines echten Schieferdachs in Schuppendeckung am nächsten kommt. Die kleinen Module eignen sich besonders für Kamine, Gauben und kleinere Flächen, wo das feine Muster besonders zur Geltung kommt.

Der Nachteil: Mehr Module pro Quadratmeter bedeuten mehr Montageaufwand und höhere Materialkosten. Dafür ist das Ergebnis optisch kaum von echtem Schiefer zu unterscheiden.

Eigenschaft Wert
Gesamtmaß 245 × 245 mm
Stück pro m² 16,67
Modulpreis (inkl. MwSt.) 6,95 €
Startmodul-Preis 8,95 €
Materialkosten ca. pro m² 125 €
Ideal für Kamine, Gauben, kleine Flächen, maximale Schieferoptik

Karo 345 × 345 mm – der Allrounder

Die mittlere Größe ist die meistverkaufte Variante – und das aus gutem Grund. Sie bietet den besten Kompromiss aus Optik, Montageaufwand und Preis. Mit 8,40 Stück pro Quadratmeter entsteht ein harmonisches Rautenmuster, das auf Dächern, Fassaden und Kaminen gleichermaßen gut aussieht.

Für die meisten Projekte – ob Einfamilienhaus, Gaube oder Schornsteinverkleidung – ist Karo 345 die richtige Wahl.

Eigenschaft Wert
Gesamtmaß 345 × 345 mm
Stück pro m² 8,40
Modulpreis (inkl. MwSt.) 8,95 €
Startmodul-Preis 11,95 €
Materialkosten ca. pro m² 85 €
Ideal für Dächer, Fassaden, Kamine – universell einsetzbar

Karo 555 × 555 mm – das Großformat

Das größte Modul deckt die meiste Fläche pro Stück und ist damit die wirtschaftlichste Variante. Mit nur 3,25 Stück pro Quadratmeter geht die Montage schnell, und die Materialkosten pro Quadratmeter sind am niedrigsten.

Das Großformat eignet sich besonders für große Dachflächen, wo das etwas gröbere Rautenmuster nicht ins Auge fällt. Auf kleinen Flächen wie Kaminen kann das Muster allerdings zu grob wirken.

Eigenschaft Wert
Gesamtmaß 555 × 555 mm
Stück pro m² 3,25
Modulpreis (inkl. MwSt.) 14,95 €
Startmodul-Preis 18,95 €
Materialkosten ca. pro m² 55 €
Ideal für Große Dachflächen, wirtschaftlichste Lösung

Welche Variante für welches Projekt?

Projekt Empfohlene Variante Begründung
Kamin / Schornstein Karo 245 oder 345 Feineres Muster auf kleiner Fläche
Dachgaube Karo 245 oder 345 Proportional stimmig
Fassadenverkleidung Karo 345 oder 555 Guter Kompromiss aus Optik und Effizienz
Dacheindeckung (< 50 m²) Karo 345 Bester Allrounder
Dacheindeckung (> 50 m²) Karo 555 Wirtschaftlichste Lösung
Historische Sanierung Karo 245 Nächste Optik zu echtem Schiefer

Einsatzgebiete: Dach, Fassade, Gaube und Kamin

Dacheindeckung in Schieferoptik

Die klassische Anwendung: Das gesamte Dach wird mit Karo Modulen eingedeckt. Das Ergebnis ist ein Dach, das aus der Entfernung kaum von einem echten Schieferdach zu unterscheiden ist – besonders in den dunklen Farbtönen Anthrazit (RAL 7016) oder Graphitgrau (RAL 7024).

Karo Module eignen sich für Steildächer ab 22° Dachneigung. Die Montage erfolgt auf einer Vollschalung mit Unterspannbahn, wie sie bei vielen modernen Dachkonstruktionen ohnehin Standard ist. Anders als bei Naturschiefer muss der Dachstuhl keine besonderen Lasten tragen: Während Naturschiefer mit 25 – 35 kg/m² zu Buche schlägt, wiegen Karo Module gerade einmal 2,7 kg/m². Das ist ein Faktor 10 – und kann bei Sanierungen oder bei leichteren Dachkonstruktionen den entscheidenden Unterschied machen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Dachsanierung mit Blech.

Kaminverkleidung und Schornsteinverkleidung

Schornsteine sind der Witterung besonders stark ausgesetzt. Wind, Regen, Schnee und Temperaturschwankungen setzen dem Material zu. Eine Verkleidung mit Karo Modulen schützt den Schornstein dauerhaft und verleiht ihm gleichzeitig eine edle Optik.

Für Kamine empfehlen wir die Karo 245 oder Karo 345, da das feinere Rautenmuster auf der relativ kleinen Fläche eines Schornsteins besser zur Geltung kommt. Die Module werden auf einer Unterkonstruktion (Holzlattung mit Vollschalung) befestigt und bilden eine hinterlüftete Fassade, die Feuchtigkeit zuverlässig abführt.

Ein typischer Kamin mit 0,8 m Breite und 1,5 m Höhe (über Dach) benötigt je nach Variante:

Variante Module (inkl. Verschnitt) Startmodule Halter Materialkosten ca.
Karo 245 23 Stk 5 Stk 28 Stk ca. 287 €
Karo 345 12 Stk 4 Stk 16 Stk ca. 203 €

Gaubenverkleidung und Fassade

Dachgauben sind architektonische Highlights – und verdienen eine entsprechende Verkleidung. Karo Module eignen sich hervorragend für die Wangen und Stirnseiten von Gauben, insbesondere bei dreieckigen Gaubenflächen (Spitzgauben, Dreiecksgauben).

Auch als Fassadenverkleidung machen Karo Module eine gute Figur. Sie werden zunehmend bei modernen Neubauten eingesetzt, wo sie als gestalterisches Element die Fassade auflockern. Besonders beliebt: eine Kombination aus glattem Putz und einer Karo-Modul-Fläche als Akzent.

Die Montage an der Fassade erfolgt analog zur Dachmontage auf einer Vollschalung. Bei hinterlüfteten Fassaden wird eine Unterkonstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen vorgesetzt, auf die die Vollschalung und anschließend die Module montiert werden.

Gartenhaus, Pavillon und Nebengebäude

Nicht zu unterschätzen: Karo Module eignen sich auch hervorragend für Gartenhäuser, Carports und Pavillons. Gerade bei Nebengebäuden, die zum Haupthaus passen sollen, bieten sie eine elegante Möglichkeit, ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen – ohne das Budget für Naturschiefer aufzubringen. Wer ein Carport plant, findet in unserem Ratgeber Carport selber bauen – die komplette Materialliste weitere Tipps. Und für die Wintervorbereitung Ihres Gartenhauses empfehlen wir den Artikel Gartenhaus winterfest machen.


Montage und Unterkonstruktion

Was brauche ich für die Montage?

Die Montage von Karo Modulen ist deutlich einfacher als die Verlegung von Naturschiefer, erfordert aber dennoch eine sorgfältige Vorbereitung. Die Grundvoraussetzungen sind:

Unterkonstruktion: Vollschalung aus Holz (z. B. OSB-Platten oder Rauspund) auf der Sparren- bzw. Lattenkonstruktion. Die Vollschalung muss eben und tragfähig sein.

Unterspannbahn: Auf der Vollschalung wird eine diffusionsoffene Unterspannbahn verlegt, die als zweite Wasserführungsebene dient und Kondenswasser abführt. Welche Unterspannbahn die richtige ist, erklären wir in unserem Ratgeber Welche Unterspannbahn für ein Blechdach? sowie im ausführlichen Artikel zur Unterspannbahn für Metalldächer.

Mindestdachneigung: 22 Grad. Bei geringerer Neigung ist die Wasserführung nicht mehr gewährleistet. Wie Sie die Dachneigung Ihres Gebäudes exakt ermitteln, erfahren Sie in unserem Ratgeber Dachneigung richtig berechnen. Auch unser kostenloser Dachgefälle-Rechner kann dabei helfen.

So funktioniert die Verlegung

Die Karo Module werden von der Traufe (unten) zum First (oben) verlegt. Der Ablauf im Überblick:

Schritt 1 – Startmodule setzen: An der Traufkante werden zunächst die Startmodule (dreieckige Halbmodule) montiert. Sie bilden den sauberen unteren Abschluss und sorgen dafür, dass die darüber liegenden Vollmodule bündig anschließen.

Schritt 2 – Befestigungshalter anbringen: Jedes Modul wird mit einem speziellen Befestigungshalter (auch „Haftra” oder „Embroidery” genannt) auf der Vollschalung fixiert. Der Halter wird verschraubt, das Modul wird eingehängt. Pro Modul und pro Startmodul wird ein Halter benötigt.

Schritt 3 – Module verlegen: Die Vollmodule werden reihenweise von unten nach oben verlegt. Jedes Modul hat eine 2 cm breite Montagekante, die die Ausrichtung erleichtert. Die Module greifen ineinander und bilden so die geschlossene Rautenfläche.

Schritt 4 – Anschlüsse und Abschlüsse: An Graten, Kehlen, Ortgängen und Wandanschlüssen werden die Module zugeschnitten und mit passenden Kantblechen abgeschlossen.

Werkzeug und Material

Für die Montage benötigen Sie neben den Modulen, Startmodulen und Haltern:

Material / Werkzeug Zweck
Vollschalung (OSB/Rauspund) Tragfähiger Untergrund
Unterspannbahn Zweite Wasserführungsebene
Blechschere oder Nibbler Zuschnitt der Module
Akkuschrauber Befestigung der Halter
Wasserwaage / Schnur Ausrichtung der ersten Reihe
Kantbleche (Ortgang, Traufe, First) Saubere Abschlüsse
Schneefangsystem Pflicht in schneereichen Regionen

Tipp: Verwenden Sie zum Schneiden der Module niemals eine Flex (Winkelschleifer). Die Hitze zerstört die Beschichtung und die Zinkschicht an der Schnittkante, was zu Korrosion führt. Blechscheren oder Nibbler sind die richtige Wahl.


Beschichtungen und Farben

Die Beschichtung ist bei Stahlprodukten das A und O – sie bestimmt, wie lange das Material gut aussieht und geschützt bleibt. Blachy Pruszyński bietet für die Karo Module drei Beschichtungsvarianten an:

Polyester glänzend (25 µm)

Die Standard-Beschichtung in 24 RAL-Farben. Polyester glänzend bietet einen soliden Grundschutz und ist die günstigste Option. Die Oberfläche hat einen leichten Glanz, der bei Schieferoptik nicht immer gewünscht ist. Garantie: bis zu 35 Jahre.

Polyester matt grobkörnig (35 µm)

Die beliebteste Wahl für Schieferoptik. Die matte, leicht strukturierte Oberfläche kommt dem Aussehen von echtem Schiefer am nächsten. Erhältlich in 8 Farben, darunter die besonders gefragten Töne Anthrazit und Graphitgrau. Garantie: bis zu 35 Jahre.

PURMAT Polyurethan (50 µm)

Die Premium-Beschichtung. PURMAT basiert auf Polyurethan und bietet den besten Schutz gegen UV-Strahlung (Farbbeständigkeit), Korrosion und mechanische Beschädigung (Kratzer, Hagel). Erhältlich in 6 Farben. Garantie: bis zu 50 Jahre.

Beschichtung Stärke Farben Garantie Oberfläche Empfehlung
Polyester glänzend 25 µm 24 RAL bis 35 Jahre Glänzend Nebengebäude, Budget-Lösung
Polyester matt 35 µm 8 bis 35 Jahre Matt, strukturiert Beste Schieferoptik, Preis-Leistung
PURMAT (PUR) 50 µm 6 bis 50 Jahre Matt, sehr robust Premium, maximale Haltbarkeit

Unsere Empfehlung: Für die authentischste Schieferoptik wählen Sie die Polyester matt grobkörnig Beschichtung in Anthrazit (RAL 7016) oder Graphitgrau (RAL 7024). Wer maximale Haltbarkeit sucht und bereit ist, etwas mehr zu investieren, greift zur PURMAT-Beschichtung.


Karo Module berechnen – unser Mengenrechner

Wie viele Module brauchen Sie für Ihr Projekt? Statt lange zu rechnen, nutzen Sie unseren Karo Module Mengenrechner. Er berechnet automatisch die benötigte Anzahl an Modulen, Startmodulen und Befestigungshaltern – inklusive 10 % Verschnitt-Aufschlag.

Modul-Variante

Anwendung

Maße eingeben

Berechnete Fläche: 15.00 m²

Die Berechnung dient als Orientierungshilfe. Bei komplexen Dachformen oder Sonderlösungen erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot. Mindestdachneigung: 22°. Montage auf Vollschalung mit Unterspannbahn.

Ihre Stückliste

Position Menge Einzelpreis Gesamt
Gesamtpreis (inkl. MwSt.) 0,00 €
0 m² Fläche
0 Module (inkl. Verschnitt)
0 Startmodule
0 Halter

Alle Varianten im Vergleich

Variante Module Startmodule Halter Gesamtpreis

Produktdaten: dachbleche-online.de · Herstellerangaben: Blachy Pruszyński · Alle Preise inkl. MwSt. · Alle Angaben ohne Gewähr

Hinweis: Wählen Sie Ihre Variante (245, 345 oder 555), den Anwendungstyp (Kamin, Gaube/Dreieck oder Dacheindeckung) und geben Sie Ihre Maße ein. Der Rechner zeigt Ihnen sofort die Stückliste mit Preisen. Weitere kostenlose Planungstools finden Sie auf unserer Seite Unsere kostenlosen Dach-Rechner.

Rechenbeispiel: Dacheindeckung 100 m²

Für eine typische Dachfläche von 100 m² ergeben sich folgende Materialmengen und -kosten:

Position Karo 245 Karo 345 Karo 555
Module (inkl. 10 % Verschnitt) 1.834 Stk 924 Stk 358 Stk
Startmodule (bei 10 m Traufbreite) 58 Stk 41 Stk 26 Stk
Befestigungshalter 1.892 Stk 965 Stk 384 Stk
Materialkosten gesamt ca. 18.860 € ca. 9.660 € ca. 6.580 €

Zum Vergleich: Ein Naturschiefer-Dach in Schuppendeckung kostet für 100 m² zwischen 7.500 und 10.000 € nur für das Material – plus 4.000 – 6.000 € Verlegekosten durch einen Schieferdecker-Fachbetrieb. Was ein komplettes neues Dach kostet, haben wir in unserem Ratgeber Kosten neues Dach für einen Bungalow detailliert aufgeschlüsselt.


Kosten im Detail: Was kostet ein Quadratmeter wirklich?

Transparenz ist uns wichtig. Deshalb hier eine vollständige Kostenaufstellung, die alle Positionen berücksichtigt – nicht nur die Module selbst.

Vollständige Kostenaufstellung pro m²

Kostenposition Karo 245 Karo 345 Karo 555 Naturschiefer (Schuppen)
Module 115,86 € 75,18 € 48,59 € 45 – 65 €
Startmodule (anteilig) ca. 5 € ca. 5 € ca. 5 €
Befestigungshalter (anteilig) ca. 5 € ca. 5 € ca. 5 €
Summe Material ca. 126 € ca. 85 € ca. 59 € 45 – 65 €
Vollschalung + Unterspannbahn 15 – 25 € 15 – 25 € 15 – 25 € 15 – 25 €
Montage / Verlegung 25 – 40 € 25 – 40 € 25 – 40 € 40 – 60 €
Kantbleche / Anschlüsse 5 – 10 € 5 – 10 € 5 – 10 € 10 – 20 €
Gesamtkosten pro m² 171 – 201 € 130 – 160 € 104 – 134 € 110 – 170 €

Die Tabelle zeigt: Karo 345 liegt preislich im Bereich einer Naturschiefer-Schuppendeckung, Karo 555 ist deutlich günstiger. Nur Karo 245 ist teurer – bietet dafür aber das feinste Rautenmuster.

Langzeitkosten: Wo Karo Module wirklich sparen

Der eigentliche Kostenvorteil zeigt sich über die Lebensdauer. Naturschiefer hält zwar theoretisch 100+ Jahre, benötigt aber regelmäßige Wartung:

Kostenposition (über 30 Jahre) Karo Module Naturschiefer
Erstinvestition (100 m², Karo 345) ca. 14.500 € ca. 14.000 €
Wartung (alle 5 Jahre Kontrolle) ca. 0 € ca. 3.000 €
Reparaturen (gebrochene Platten) ca. 0 € ca. 2.000 – 5.000 €
Moos-/Algenentfernung ca. 0 € ca. 1.500 – 3.000 €
Gesamtkosten über 30 Jahre ca. 14.500 € ca. 20.500 – 25.000 €

Vorteile und Nachteile gegenüber Naturschiefer

Vorteile der Karo Module

Geringes Gewicht: Mit nur 2,7 kg/m² wiegen Karo Module etwa ein Zehntel von Naturschiefer (25 – 35 kg/m²). Das entlastet den Dachstuhl erheblich und macht sie ideal für Sanierungen, bei denen die Tragfähigkeit begrenzt ist.

Keine Wartung: Stahl rostet nicht (dank Verzinkung und Beschichtung), bildet keinen Moos- oder Algenbefall und bricht nicht bei Frost. Ein Karo-Modul-Dach ist praktisch wartungsfrei. Dennoch schadet eine jährliche Sichtkontrolle nicht – unsere Jahrescheckliste für Ihr Dach zeigt, worauf Sie achten sollten.

Einfache Montage: Die Verlegung erfordert keinen Schieferdecker-Fachbetrieb. Jeder erfahrene Dachdecker kann Karo Module montieren, und auch ambitionierte Heimwerker schaffen das mit der richtigen Vorbereitung.

Farbvielfalt: Während Naturschiefer in Grau bis Anthrazit kommt (mit leichten natürlichen Variationen), bieten Karo Module bis zu 24 RAL-Farben. Rot, Grün, Braun – alles möglich.

Brandschutz: Karo Module sind nicht brennbar (Brandschutzklasse A1) – genau wie Naturschiefer.

Herstellergarantie: Bis zu 50 Jahre auf die PURMAT-Beschichtung. Naturschiefer hat keine vergleichbare Herstellergarantie.

Wirtschaftlichkeit: Besonders in der Variante Karo 555 deutlich günstiger als Naturschiefer, bei vergleichbarer Optik aus der Entfernung. Übrigens: Auch eine BAFA-Förderung für die Dachsanierung kann die Kosten weiter senken.

Nachteile der Karo Module

Optik aus der Nähe: Wer ganz nah herangeht, erkennt den Unterschied zu echtem Schiefer. Die Oberfläche ist gleichmäßiger, die Kanten präziser. Aus normaler Betrachtungsentfernung (ab 3 – 5 Meter) ist der Unterschied allerdings kaum wahrnehmbar.

Akustik: Bei starkem Regen oder Hagel können Metalldächer lauter sein als Schiefer. Eine gute Dämmung und Vollschalung reduzieren diesen Effekt erheblich.

Wärmeausdehnung: Metall dehnt sich bei Hitze aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Die Befestigungshalter sind so konstruiert, dass sie diese Bewegung aufnehmen – dennoch kann es bei extremen Temperaturschwankungen zu leichten Knackgeräuschen kommen.

Keine Patina: Naturschiefer entwickelt über die Jahrzehnte eine charakteristische Patina, die viele als besonders schön empfinden. Karo Module behalten ihre Farbe – was je nach Geschmack Vor- oder Nachteil sein kann.

Wer sich neben Karo Modulen auch für andere moderne Metalldach-Lösungen interessiert, dem empfehlen wir unseren Stehfalzblech-Ratgeber sowie den Vergleich Trapezblech vs. Stehfalzblech.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich Karo Module selbst montieren?

Grundsätzlich ja. Die Montage ist deutlich einfacher als bei Naturschiefer. Voraussetzung ist eine fachgerecht erstellte Vollschalung mit Unterspannbahn. Wenn Sie Erfahrung mit Dacharbeiten haben und sich auf dem Dach sicher bewegen, können Sie die Module selbst verlegen. Für die Unterkonstruktion und die Anschlussdetails (Kehle, Grat, Ortgang) empfehlen wir allerdings einen Fachbetrieb.

Wie lange halten Karo Module?

Die Lebensdauer hängt von der Beschichtung ab. Mit Polyester-Beschichtung geben die Hersteller bis zu 35 Jahre Garantie, mit PURMAT-Beschichtung bis zu 50 Jahre. Die tatsächliche Lebensdauer dürfte deutlich darüber liegen, da die Garantie konservativ kalkuliert ist.

Welche Dachneigung brauche ich?

Mindestens 22 Grad. Bei geringerer Neigung ist die Wasserführung über die Rautenform nicht mehr gewährleistet, und es besteht die Gefahr von Wassereintritt. Wenn Ihr Dach eine geringere Neigung hat, könnte ein Flachdach mit Trapezblech die bessere Lösung sein.

Brauche ich eine Vollschalung?

Ja. Karo Module werden ausschließlich auf einer Vollschalung montiert – anders als Trapezbleche oder Dachpfannenprofile, die auf einer Lattung verlegt werden. Die Vollschalung besteht typischerweise aus OSB-Platten (mind. 18 mm) oder Rauspund-Brettern und wird auf der Konterlattung befestigt.

Kann ich Karo Module auch an der Fassade verwenden?

Ja. Karo Module eignen sich hervorragend als Fassadenverkleidung. Die Montage erfolgt auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion mit Vollschalung. Besonders beliebt ist die Kombination mit Putz oder Holz als gestalterischer Akzent.

Sind Karo Module hagelsicher?

Karo Module aus 0,50 mm Stahl sind robust gegen normale Hagelschläge. Bei extremem Hagel (Korngröße > 4 cm) können wie bei jedem Material Dellen entstehen. Die PURMAT-Beschichtung bietet den besten Schutz gegen mechanische Einwirkung.

Wie unterscheiden sich Karo Module von Faserzement-Schindeln?

Faserzement-Schindeln (z. B. von Eternit/Cedral) sind eine weitere Alternative zu Naturschiefer. Im Vergleich zu Karo Modulen sind sie schwerer (ca. 15 kg/m²), können bei Frost brechen und haben eine kürzere Lebensdauer. Karo Module aus Stahl sind leichter, frostbeständig und bieten längere Garantien.

Wo kann ich Karo Module kaufen?

Alle drei Varianten der Karo Module – inklusive Startmodule und Befestigungshalter – sind bei dachbleche-online.de erhältlich. Wir liefern deutschlandweit und beraten Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Variante und Farbe.


Zusammenfassung

Karo Module sind eine durchdachte Alternative zu Naturschiefer, die in vielen Fällen die bessere Wahl ist. Sie bieten die Ästhetik eines Schieferdachs bei deutlich geringerem Gewicht, einfacherer Montage und niedrigeren Folgekosten. Die drei Größen (245, 345, 555 mm) decken alle Anwendungsfälle ab – vom kleinen Kamin bis zur großen Dachfläche.

Wer die Schieferoptik liebt, aber auf die Nachteile von Naturstein verzichten möchte, findet in Karo Modulen die ideale Lösung. Nutzen Sie unseren Mengenrechner, um die benötigte Stückzahl und die Kosten für Ihr Projekt zu berechnen.


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Dieser Ratgeber wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Alle Preisangaben verstehen sich inkl. MwSt. und können je nach Farbe, Beschichtung und Bestellmenge variieren. Stand: Februar 2026.