Kaufberatung

Doppelstegplatten Guide: Polycarbonat oder Acryl? 16mm im Test

Doppelstegplatten

Doppelstegplatten – ein Begriff, der monatlich über 30.000 Mal gegoogelt wird und oft für Verwirrung sorgt. Welches Material ist das richtige – Polycarbonat oder Acrylglas? Reichen 10 mm oder sind Doppelstegplatten 16 mm Pflicht für die Terrasse?

Dieser Guide bringt Licht ins Dunkel. Wir erklären alles über Hohlkammerplatten, damit Sie keine teuren Fehlkäufe tätigen.

1. Was sind Doppelstegplatten und warum sind sie so beliebt?

Doppelstegplatten bestehen aus zwei oder mehr Kunststoffschichten, die durch senkrechte Stege verbunden sind. Diese Luftkammern sorgen für zwei Dinge: Wärmedämmung und Stabilität.

Die Vorteile gegenüber Glas oder Wellplatten:

  • Leichtgewicht: Wiegen nur einen Bruchteil von echtem Glas (einfache Montage!).
  • Isolierung: Die Luftkammern halten die Wärme (gut für Wintergärten).
  • Stabilität: Die Steg-Konstruktion macht die Platte extrem steif.

2. Das Material-Duell: Polycarbonat vs. Acrylglas

Das ist die wichtigste Entscheidung. Beide Kunststoffe haben Vor- und Nachteile.

Polycarbonat (PC): Der “Unkaputtbare”

Polycarbonat ist ein extrem schlagzäher Kunststoff. Er ist elastisch und verzeiht vieles.

  • Der größte Vorteil: Es ist hagelsicher und praktisch unzerbrechlich.
  • Der Nachteil: Es ist weicher als Acryl und verkratzt leichter. Die Lichtdurchlässigkeit ist sehr gut, aber nicht ganz so “brillant” wie bei Glas oder Acryl.
  • Ideal für: Carports, Terrassenüberdachungen in Hagelgebieten, Gewächshäuser.

Acrylglas (PMMA): Die “Glas-Optik”

Acrylglas (oft als Plexiglas® bekannt) ist härter und spröder.

  • Der größte Vorteil: Es sieht aus wie echtes Glas. Es hat die höchste Transparenz und vergilbt auch nach 30 Jahren nicht (UV-stabil in der Masse).
  • Der Nachteil: Es ist bruchempfindlicher. Bei schwerem Hagel kann es brechen. Zudem ist es schwerer als PC.
  • Ideal für: Hochwertige Design-Terrassen, Wintergärten, wo Optik alles ist.

Der Vergleich auf einen Blick

Eigenschaft Polycarbonat (PC) Acrylglas (PMMA)
Hagelsicherheit ⭐⭐⭐⭐⭐ (Top) ⭐⭐⭐ (Mittel)
Kratzfestigkeit ⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐ (Wie Glas)
Transparenz Hoch (ca. 75%) Exzellent (>85%)
Preis Günstiger Teurer
Gewicht Leicht Schwerer

👉 Unsere Empfehlung: Für 90% aller Kunden ist Polycarbonat die beste Wahl (Preis/Leistung + Sicherheit). Wer Luxus-Optik will, greift zu Acryl.

3. Warum 16 mm die “Goldene Mitte” ist

Bei der Stärke (Dicke) der Platten gibt es einen klaren Standard für Terrassenüberdachungen: 16 Millimeter.

  • Dünner (4-10 mm): Zu instabil für große Schneelasten. Nutzen Sie diese nur für kleine Gewächshäuser oder vertikale Wände.
  • Der Standard (16 mm): Perfekt für Sparrenabstände von ca. 100 cm. Bietet genug Dämmung, damit sich im Sommer die Hitze nicht extrem staut, lässt aber genug Licht durch.
  • Dicker (25-32 mm): Nur nötig für beheizte Wintergärten. Diese Platten isolieren extrem gut (niedriger U-Wert), schlucken aber auch mehr Licht.

Tipp: Achten Sie auf die X-Struktur bei 16mm Platten. Durch diagonale Stützstreben im Inneren sind diese Platten noch tragfähiger als einfache Stegplatten.

4. Farben & Licht: Klar, Opal oder Bronze?

  • Klar: Maximale Helligkeit. Nachteil: Man sieht jeden Schmutz auf dem Dach und es kann blenden.
  • Opal (Weiß-Milchig): Der Bestseller. Das Licht wird gebrochen (“Streulicht”). Es ist hell, aber man wird nicht geblendet und es heizt sich weniger auf. Schmutz ist von unten kaum sichtbar.
  • Bronze / Graphit: Wirkt wie eine Sonnenbrille. Cool bei Südlagen mit praller Sonne, schluckt aber viel Licht.

5. Montage: Die 3 tödlichen Fehler

Stegplatten werden niemals direkt durchbohrt (anders als Wellplatten)! Sie müssen “schwimmend” in Profilen verlegt werden, da sie sich bei Hitze ausdehnen (knacken).

So machen Sie es richtig:

  1. Verlegeprofile nutzen: Nutzen Sie unsere Alu-Verlegeprofile & Zubehör (Mendiger oder Duo-System). Diese Profile mit Gummidichtungen klemmen die Platte fest, ohne sie zu beschädigen.
  2. Stirnseiten abkleben: Bevor die Platte ins Profil kommt, müssen die offenen Kammern oben und unten mit Kantenband (Filterband) abgeklebt werden. Sonst wachsen Algen in der Platte oder Insekten krabbeln hinein!
  3. UV-Seite beachten: Eine Seite der Platte hat einen UV-Schutz. Diese ist auf der Folie beschriftet (“This side up”). Diese muss nach oben zur Sonne zeigen. Wird sie falsch herum verlegt, wird die Platte nach 2 Jahren milchig und spröde.

6. Kosten-Check (Pro Quadratmeter)

Was kostet der Spaß? Hier eine grobe Orientierung für das Material (Platten + Profile):

  • Budget (Polycarbonat 16mm): ca. 45 – 60 € / m² (inkl. Profile)
  • Premium (Acrylglas 16mm): ca. 70 – 100 € / m² (inkl. Profile)

Hinweis: Preise variieren je nach Profilsystem (Thermo oder Einfach).

Fazit & Checkliste

Für Ihre Terrassenüberdachung empfehlen wir:

  • Material: Polycarbonat (Hagelsicher & Günstig) oder Acryl (Glas-Optik).
  • Stärke: 16 mm (Der stabile Standard).
  • Struktur: X-Struktur für extra Stabilität.
  • Zubehör nicht vergessen: Verlegeprofile, Wandanschluss und Kantenband.

Haben Sie noch Fragen? Schreiben Sie uns Ihre Maße oder rufen Sie uns an!