Dachziegel, Dachziegelprofile, Fachbegriffe, Kaufberatung

Dachziegel Bedarf & Gewicht berechnen – Kostenloser Rechner

Sie planen eine Dachsanierung oder einen Neubau und fragen sich: Wie viele Dachziegel brauche ich eigentlich? Und vor allem – wie viel wiegt das alles? Diese Frage wird oft unterschätzt, dabei ist das Gewicht der Dacheindeckung einer der wichtigsten Faktoren bei der Planung. Besonders bei Altbauten kann ein zu schweres Dach zum echten Problem werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über den Dachziegel-Bedarf pro m², die Gewichte verschiedener Dachsteinarten und warum immer mehr Sanierer auf leichte Metalldächer umsteigen. Mit unserem kostenlosen Rechner können Sie Ihren individuellen Bedarf und die Gewichtsbelastung in wenigen Sekunden berechnen.

1. Wie viel wiegt ein Dachziegel? Die wichtigsten Zahlen

Das Gewicht eines einzelnen Dachziegels variiert je nach Material und Profil erheblich. Ein Betondachstein wie die weit verbreitete Frankfurter Pfanne wiegt zwischen 4,0 und 4,5 kg pro Stück. Tonziegel sind etwas leichter mit 2,8 bis 3,8 kg, während ein Biberschwanz zwar nur 1,5 bis 2,0 kg pro Stück wiegt – dafür aber in Doppeldeckung verlegt wird, was die Stückzahl pro m² verdoppelt.

Entscheidend ist nicht das Einzelgewicht, sondern das Flächengewicht in kg/m². Denn erst wenn man die Deckbreite und Decklänge (Lattweite) berücksichtigt, ergibt sich das tatsächliche Gewicht auf dem Dach:

Dachsteinart Stk/m² kg/Stück kg/m²
Frankfurter Pfanne (Beton) ca. 10 4,3 kg ca. 43 kg
Harzer Pfanne (Beton) ca. 10 4,4 kg ca. 44 kg
Doppel-S (Beton) ca. 10 4,5 kg ca. 45 kg
Tegalit (Beton, Flachziegel) ca. 11 4,9 kg ca. 54 kg
Tonziegel (Reformziegel) ca. 12 3,5 kg ca. 42 kg
Biberschwanz (Doppeldeckung) ca. 38 1,8 kg ca. 68 kg
Metalldach (Stahl 0,50 mm) ca. 5 kg

Der Unterschied ist enorm: Ein Metalldach wiegt nur etwa ein Zehntel eines Betondachsteindachs. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche bedeutet das: 6.750 kg Betondachsteine vs. 750 kg Stahlblech – eine Differenz von 6 Tonnen.

2. Dachziegel pro m² – so berechnen Sie den Bedarf

Die Anzahl der benötigten Dachziegel hängt von zwei Faktoren ab: der Deckbreite und der Decklänge (auch Lattweite genannt). Die Deckbreite gibt an, wie breit ein Ziegel effektiv deckt (abzüglich der Überlappung zum Nachbarziegel). Die Decklänge ist der Abstand zwischen zwei Dachlatten.

Die Formel ist einfach:

Ziegel pro m² = 1 / (Deckbreite in m × Decklänge in m)

Beispiel Frankfurter Pfanne: 1 / (0,300 m × 0,330 m) = 10,1 Stück/m²

Für die Gesamtanzahl multiplizieren Sie die Stückzahl pro m² mit Ihrer Dachfläche und addieren 5–10 % Verschnitt für Grate, Kehlen und Randbereiche. Bei einem Satteldach berechnen Sie beide Dachseiten separat (Trauflänge × Sparrenlänge × 2). Bei einem Pultdach genügt eine Fläche.

Unser Rechner nimmt Ihnen diese Arbeit ab – und zeigt Ihnen gleichzeitig, wie viel Gewicht Sie mit einer Blechdach-Sanierung einsparen könnten.

3. Dachziegel-Rechner: Bedarf & Gewicht sofort berechnen

Geben Sie Ihre Dachmaße ein, wählen Sie Ihren Dachstein-Typ und sehen Sie sofort, wie viele Ziegel Sie benötigen – und wie dramatisch der Gewichtsunterschied zu einem Metalldach ausfällt.

Ihr Dach – Maße & Material

m
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Berechnete Dachfläche: 120,0 m² (2 Seiten × 10,0 m × 6,0 m)
mm
mm
kg

Standardwerte für Frankfurter Pfanne. Sie können die Maße anpassen.

Wie Sie sehen, wiegt ein Ziegeldach oft 4 bis 6 Tonnen mehr als ein Metalldach gleicher Größe. Das ist nicht nur eine abstrakte Zahl – das ist eine reale Belastung für Ihren Dachstuhl, die Außenwände und das Fundament.

4. Dachsteinarten im Gewichtsvergleich

Nicht jeder Dachziegel ist gleich schwer. Die Wahl des Profils hat erheblichen Einfluss auf die Dachlast. Hier ein Überblick über die gängigsten Dachsteinarten in Deutschland:

Betondachsteine (40–55 kg/m²)

Betondachsteine wie die Frankfurter Pfanne, Harzer Pfanne oder der Doppel-S sind die meistverbreiteten Dachsteine in Deutschland. Sie sind günstig in der Anschaffung (ab ca. 8–12 €/m²), aber mit 40–55 kg/m² sehr schwer. Besonders der Braas Tegalit als Flachziegel bringt mit ca. 54 kg/m² überdurchschnittlich viel Gewicht auf die Waage.

Tonziegel (38–45 kg/m²)

Tonziegel wie der Creaton Futura, Röben Flandernplus oder Wienerberger Mondo sind etwas leichter als Betondachsteine und gelten als langlebiger. Preislich liegen sie bei 15–30 €/m² – also deutlich teurer. Das Gewicht liegt je nach Profil bei 38–45 kg/m².

Biberschwanz (55–70 kg/m²)

Der Biberschwanz ist ein Klassiker, besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden. In Doppeldeckung werden ca. 38 Stück/m² benötigt, was trotz des geringen Einzelgewichts zu einem Flächengewicht von 65–70 kg/m² führt – das schwerste aller gängigen Dachsteinprofile. In Kronendeckung sind es immer noch ca. 55 kg/m².

Zum Vergleich: Ein Pfannenblech wiegt nur 5 kg/m² – unabhängig vom Profil.

5. Dachlast beim Altbau: Wann wird es kritisch?

Bei einer Dachsanierung im Altbau ist das Gewicht der Eindeckung besonders kritisch. Viele Dachstühle aus den 1950er bis 1980er Jahren wurden für leichtere Eindeckungen dimensioniert – etwa für Wellplatten oder dünne Tonziegel. Wird bei der Sanierung auf schwere Betondachsteine gewechselt, kann das die Statik überfordern.

Warnsignale für Überlastung:

  • Durchhängende Sparren oder Pfetten
  • Risse in den Außenwänden (besonders an den Giebelseiten)
  • Knarrende Geräusche bei Wind oder Schnee
  • Sichtbare Verformungen der Dachfläche von außen

Ein Statiker berechnet die zulässige Dachlast in kN/m². Als Faustregel: Ein normaler Dachstuhl trägt ca. 1,0–1,5 kN/m² Eigengewicht der Eindeckung. Ein Betondachsteindach mit 45 kg/m² entspricht bereits 0,45 kN/m² – dazu kommen noch Schnee- und Windlasten. Ein Metalldach mit 5 kg/m² (0,05 kN/m²) gibt dem Dachstuhl deutlich mehr Reserve.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Dachstuhl eine schwere Eindeckung trägt, nutzen Sie unseren Spannweiten-Rechner als erste Orientierung oder lassen Sie die Dachneigung berechnen.

6. Die leichte Alternative: Metalldach statt Ziegel

Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich bei der Sanierung bewusst gegen Ziegel und für ein Metalldach. Die Gründe liegen auf der Hand:

Eigenschaft Dachziegel Metalldach
Gewicht pro m² 40–70 kg 4–6 kg
Lebensdauer 30–50 Jahre 40–60 Jahre
Wartung Moos, Bruch, Frostschäden Nahezu wartungsfrei
Montagezeit Stein für Stein Großflächige Platten
Statik-Anforderung Hoch Minimal
Mindest-Dachneigung 22° (Ziegel), 30° (Biber) ab 5° (Trapezblech)
Optik Klassisch Klassisch bis modern (Pfannenblech = Ziegeloptik)

Besonders das Pfannenblech (auch Dachziegelblech genannt) ist für Sanierer interessant: Es sieht aus wie ein klassisches Ziegeldach, wiegt aber nur einen Bruchteil. Mehr dazu in unserem Vergleich Dachziegel vs. Pfannenblech.

7. Pfannenblech vs. Dachziegel: Der ehrliche Vergleich

Viele Hausbesitzer haben Vorbehalte gegen ein Metalldach – „Das sieht doch aus wie eine Lagerhalle!” Dieses Vorurteil ist längst überholt. Moderne Dachziegelbleche (Pfannenbleche) sind von echten Ziegeln kaum zu unterscheiden:

  • Optik: Realistische Ziegelprägung mit Schattenwurf – auf 10 Meter Entfernung nicht von echten Ziegeln zu unterscheiden
  • Farben: Alle gängigen Ziegelfarben verfügbar (Rot, Braun, Anthrazit, Schwarz)
  • Beschichtung: Matte Oberflächen (z.B. SSAB Prelaq) vermeiden den „Blechglanz”
  • Haptik: Strukturierte Oberflächen mit Granulat-Beschichtung fühlen sich an wie Stein

Der entscheidende Vorteil: Ein Pfannenblech deckt pro Platte ca. 1 m² – statt 10 einzelner Ziegel. Das bedeutet schnellere Montage, weniger Fehlerquellen und 90 % weniger Gewicht.

Lesen Sie auch: Pfannenbleche Nachteile – was Sie wirklich wissen müssen

8. Was kostet eine Dachsanierung? Ziegel vs. Blech

Die Kosten einer Dachsanierung setzen sich aus Material, Arbeitslohn und ggf. Statik-Ertüchtigung zusammen. Hier ein realistischer Vergleich für ein typisches Satteldach mit 150 m²:

Kostenposition Betondachstein Pfannenblech
Material (150 m²) 1.500–2.250 € 1.800–2.700 €
Lattung & Unterspannbahn 1.200–1.800 € 900–1.200 €
Zubehör (First, Ortgang etc.) 800–1.200 € 600–900 €
Arbeitslohn (Dachdecker) 6.000–9.000 € 3.000–5.000 €
Statik-Verstärkung (falls nötig) 2.000–5.000 € entfällt
Gesamtkosten 11.500–19.250 € 6.300–9.800 €

Der Preisunterschied kommt vor allem durch die schnellere Montage (weniger Arbeitsstunden) und den Wegfall der Statik-Ertüchtigung zustande. Gerade beim Altbau kann die Statik-Verstärkung allein 2.000–5.000 € kosten – Geld, das Sie mit einem leichten Metalldach komplett sparen.

Tipp: Prüfen Sie, ob Sie BAFA-Förderung für Ihre Dachsanierung erhalten können. Auch eine energetische Sanierung mit Sandwichplatten ist förderfähig.

9. Statik prüfen: Muss der Dachstuhl verstärkt werden?

Ob Ihr Dachstuhl verstärkt werden muss, hängt von der Differenz zwischen bisheriger und geplanter Dachlast ab. Wenn Sie von leichten Wellplatten auf schwere Betondachsteine wechseln, steigt die Last um ca. 40 kg/m² – das sind bei 150 m² Dachfläche 6 Tonnen zusätzliches Gewicht.

Umgekehrt gilt: Wer von Ziegeln auf Blech wechselt, entlastet den Dachstuhl massiv. In vielen Fällen kann sogar auf eine Statik-Prüfung verzichtet werden, weil das neue Dach leichter ist als das alte.

Praxis-Tipp: Wenn Sie Ihr altes Ziegeldach durch ein Metalldach ersetzen, brauchen Sie in der Regel keine Statik-Verstärkung. Der Dachstuhl wurde ja bereits für das schwerere Ziegeldach dimensioniert. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit bei der Sanierung.

Weitere Informationen zur Planung finden Sie in unserem Ratgeber Dachsanierung mit Blech und in den kostenlosen Dach-Rechnern.

10. Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Dachziegel brauche ich pro m²?

Je nach Profil zwischen 10 Stück/m² (Frankfurter Pfanne) und 38 Stück/m² (Biberschwanz Doppeldeckung). Unser Rechner oben berechnet den exakten Bedarf basierend auf den Deckmaßen Ihres gewählten Profils.

Wie schwer ist ein Dach mit Betondachsteinen?

Ein Betondachsteindach wiegt ca. 43–55 kg/m². Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche sind das 6.450–8.250 kg (6,5–8,3 Tonnen) allein durch die Eindeckung.

Kann ich mein Ziegeldach einfach durch Blech ersetzen?

Ja, in den meisten Fällen ist das problemlos möglich. Da das Metalldach deutlich leichter ist als Ziegel, wird der Dachstuhl sogar entlastet. Die Unterkonstruktion (Lattung) muss ggf. angepasst werden. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber zur Dachsanierung mit Blech.

Sieht ein Metalldach nicht nach Industriehalle aus?

Nein – moderne Dachziegelbleche (Pfannenbleche) haben eine realistische Ziegelprägung und sind auf Entfernung nicht von echten Ziegeln zu unterscheiden. Auch Stehfalzbleche bieten eine elegante, moderne Optik.

Welche Dachneigung brauche ich für ein Metalldach?

Trapezbleche können ab 5° Dachneigung eingesetzt werden, Pfannenbleche ab ca. 12°. Zum Vergleich: Dachziegel benötigen mindestens 22°, Biberschwanz sogar 30°. Nutzen Sie unseren Dachgefälle-Rechner zur Berechnung.

Brauche ich eine Unterspannbahn unter dem Metalldach?

Ja, eine Unterspannbahn ist bei Metalldächern empfehlenswert, um Kondenswasser abzuführen. Alternativ können Sie Antikondensvlies direkt auf die Blechunterseite aufbringen lassen.

Wie befestige ich ein Metalldach richtig?

Die Verschraubung erfolgt mit speziellen Edelstahlschrauben für Trapezbleche. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserer Trapezblech-Montageanleitung und im Ratgeber Trapezblech richtig verschrauben.

Gibt es Förderungen für die Dachsanierung?

Ja, über die BAFA-Förderung können Sie bis zu 20 % der Sanierungskosten erstattet bekommen, wenn die Maßnahme die Energieeffizienz verbessert (z.B. durch gedämmte Sandwichplatten).

Bereit für ein leichteres Dach?

Entdecken Sie unsere Metalldach-Lösungen – von der klassischen Ziegeloptik bis zum modernen Stehfalz.

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Trapezblech-Ratgeber

Stand: Februar 2026. Alle Gewichtsangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Hersteller und Charge leicht variieren. Die Kostenangaben dienen als Orientierung – holen Sie für Ihr konkretes Projekt individuelle Angebote ein. Dieser Rechner ersetzt keine statische Berechnung durch einen Fachingenieur.