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Flachdach mit Trapezblech: Planung, Gefälle & Aufbau
Flachdach mit Trapezblech: Planung, Gefälle & Aufbau
Ein Flachdach mit Trapezblech ist eine der beliebtesten Lösungen für Carports, Garagen, Hallen und moderne Wohnanbauten. Es ist kosteneffizient, langlebig und relativ einfach zu montieren. Doch “flach” heißt nicht waagerecht: Ohne das richtige Gefälle und einen korrekten Aufbau drohen Wasserschäden und Kondenswasserbildung.
In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über die Planung, die richtige Dachneigung und welches Zubehör du für ein dichtes Metalldach benötigst.
Warum Trapezblech für das Flachdach?
Trapezbleche sind für Flachdächer ideal, weil sie leicht sind und große Spannweiten überbrücken können. Im Gegensatz zu Ziegeln, die eine steile Neigung brauchen, leiten Trapezbleche Regenwasser auch bei geringem Gefälle sicher ab.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Wirtschaftlich: Günstiger Materialpreis pro Quadratmeter.
- Leicht: Geringe Last für die Unterkonstruktion (ideal für Carports).
- Robust: Widerstandsfähig gegen Hagel und Sturm.
- Design: Modernes, industrielles Aussehen in vielen RAL-Farben.
Das richtige Gefälle: Die 5-Grad-Regel
Ein häufiger Fehler bei der Planung ist eine zu geringe Dachneigung. Auch ein Flachdach muss geneigt sein, damit Wasser abfließen kann und sich keine Pfützen bilden (Staunässe).
- Mindestgefälle: Für Trapezbleche wird allgemein eine Dachneigung von mindestens 5° (ca. 8,7 %) empfohlen.
- Selbstreinigung: Ab ca. 7° Gefälle reinigt der Regen das Dach weitgehend selbst von Pollen und Schmutz.
- Wasserlauf: Das Blech muss immer in Richtung der Sicken (Rinnen) verlegt werden, damit das Wasser zur Traufe gelangen kann.
Tipp: Wenn du eine geringere Neigung als 5° hast, musst du die Überlappungen der Bleche (Längs- und Querstoß) zwingend zusätzlich mit Dichtband abdichten, da sonst Wasser durch den Kapillareffekt eindringen kann.
Der Aufbau: Kaltdach vs. Warmdach
Bevor du Material bestellst, musst du entscheiden, ob das Dach gedämmt sein soll oder nicht.
1. Das ungedämmte Dach (Kaltdach)
Dies ist der Standard für Carports, Geräteschuppen oder einfache Garagen.
- Aufbau: Unterkonstruktion (Holz/Stahl) → Trapezblech.
- Problem Kondenswasser: Bei Temperaturschwankungen bildet sich an der Unterseite des Blechs Kondenswasser, das abtropfen kann (“es regnet im Carport”).
- Lösung: Verwende Trapezbleche mit Antikondensvlies. Das Vlies speichert die Feuchtigkeit zwischen und lässt sie später verdunsten.
2. Das gedämmte Dach (Warmdach)
Für Wohnräume oder beheizte Werkstätten. Hier kommen oft Sandwichplatten zum Einsatz. Diese bestehen aus einem Dämmkern zwischen zwei Blechschalen und verhindern Kondenswasser sowie Wärmeverlust.
Materialliste: Was benötigst du?
Für die Montage eines Trapezblech-Flachdachs benötigst du mehr als nur die Platten. Hier ist eine Checkliste für deinen Warenkorb:
Die Bleche
Wähle je nach Spannweite und Schneelast das passende Profil. Für begehbare Dächer oder hohe Schneelasten empfehlen sich höhere Profile (z.B. T-35 statt T-18).
Die Befestigung
Befestige Trapezbleche auf dem Dach immer auf der Hochsicke (dem oberen Wellenberg). So kann kein Wasser durch das Schraubloch eindringen.
- Kalotten: Diese kleinen “Hütchen” sorgen für eine gleichmäßige Kraftverteilung und dichten das Schraubloch ab.
- Schrauben: Nutze spezielle Dachbauschrauben mit EPDM-Dichtscheibe. Achte darauf, ob du eine Holz- oder Stahlunterkonstruktion hast.
Kantteile & Zubehör (Der Abschluss)
Kein Dach ist ohne Kantteile dicht oder optisch fertig.
- Ortgangbleche: Verschließen das Dach an den seitlichen Rändern (Giebelseite) und verhindern, dass Wind unter das Blech greift.
- Wandanschlussbleche: Nötig, wenn das Flachdach an eine Hauswand angebaut wird.
- Traufbleche: Sorgen an der unteren Kante dafür, dass das Wasser sauber in die Dachrinne fließt und nicht das Holz der Unterkonstruktion nässt.
- Profilfüller: Schaumstoffleisten, die unter das Profil geklemmt werden, um das Eindringen von Vögeln oder Ungeziefer zu verhindern.
Die richtige Planung: Schritt für Schritt
- Statik prüfen: Hält dein Unterstand das Gewicht von Blech und Schnee (Schneelastzone beachten!) aus?
- Bedarf berechnen: Miss die Dachfläche genau aus. Denke an den Dachüberstand an der Traufe (ca. 15–20 cm) in die Rinne hinein. Unser Online-Konfigurator hilft dir beim Berechnen.
- Entwässerung: Plane, wo das Wasser hinläuft. Bei einem Pultdach (einseitiges Gefälle) benötigst du am tiefsten Punkt eine Dachrinne.
- Bestellung: Bestelle Bleche idealerweise auf Maß, um Schnitte auf der Baustelle zu vermeiden (Rostgefahr an Schnittkanten!).
Fazit: Mit der richtigen Planung zum perfekten Flachdach
Ein Flachdach mit Trapezblech ist ein ideales Projekt für Heimwerker, wenn die Basics stimmen: Mindestgefälle von 5°, Verschraubung auf der Hochsicke mit Kalotten und Antikondensvlies gegen Tropfwasser.
Hast du alle Maße parat? Dann konfiguriere jetzt dein Dach oder lass dich von unseren Experten beraten.
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Unser Expertenteam berät dich gerne persönlich. Wir helfen dir, die passende Blechstärke und das richtige Zubehör für dein Projekt in Bernau bei Berlin und Umgebung zu finden.
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