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Der ultimative Doppelstegplatten-Ratgeber: Alle Fragen, alle Antworten

Doppelstegplatten Polycarbonat oder Acryl

Der ultimative Doppelstegplatten-Ratgeber: Alle Fragen, alle Antworten

Doppelstegplatten sind das Herzstück unzähliger Bauprojekte – von der Terrassenüberdachung über das Gewächshaus bis zum Carport. Doch mit über 30.000 monatlichen Suchanfragen allein für den Begriff “Doppelstegplatten” wird klar: Die Verwirrung ist groß. Welche Stärke ist die richtige? Was ist der Unterschied zu Hohlkammerplatten? Und wie schneidet man sie eigentlich richtig?

Dieser umfassende Ratgeber beantwortet die 50 häufigsten und wichtigsten Fragen, die Bauherren und Heimwerker zu Doppelstegplatten haben. Wir tauchen tief in die Materie ein, klären Mythen auf und geben Ihnen das komplette Wissen an die Hand, um Ihr Projekt erfolgreich umzusetzen – mit professionellen Tipps, detaillierten Anleitungen und klaren Produktempfehlungen.

Kapitel 1: Die Grundlagen – Was sind Doppelstegplatten wirklich?

In diesem Kapitel klären wir die fundamentalen Fragen und schaffen eine solide Wissensbasis.

Was ist der Unterschied zwischen Doppelstegplatten und Hohlkammerplatten?

Die kurze Antwort: Es gibt keinen.

Die Begriffe Doppelstegplatten, Hohlkammerplatten und Stegplatten werden synonym verwendet und bezeichnen dasselbe Produkt: Kunststoffplatten, die aus mindestens zwei Platten bestehen, die durch senkrechte Stege miteinander verbunden sind. Dadurch entstehen luftgefüllte Kammern (die “Hohlkammern”), die für eine gute Wärmeisolierung bei gleichzeitig geringem Gewicht sorgen.

  • Doppelstegplatte: Bezieht sich meist auf Platten mit zwei Schalen und einer Lage von Stegen.
  • Dreifachstegplatte: Besitzt drei Schalen und zwei Lagen von Stegen, was die Stabilität und den Dämmwert (U-Wert) weiter verbessert.
  • Hohlkammerplatte/Stegplatte: Ist der allgemeine Oberbegriff für alle Platten dieser Bauart.
💡 Fazit: Lassen Sie sich von den Begriffen nicht verwirren. Ob Sie nach Hohlkammerplatten oder Doppelstegplatten suchen – Sie meinen dasselbe.

Aus welchem Material bestehen Doppelstegplatten? Polycarbonat vs. Acrylglas

Die beiden gängigsten Materialien sind Polycarbonat (PC) und Acrylglas (PMMA), oft bekannt unter dem Markennamen Plexiglas®. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile:

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Polycarbonat (PC): Der robuste Alleskönner

Polycarbonat ist die erste Wahl für die meisten Anwendungen, insbesondere für Terrassenüberdachungen und Carports. Es ist extrem schlagzäh und nahezu unzerbrechlich.

Vorteile von Polycarbonat:

  • Extrem hohe Schlagzähigkeit: Praktisch unzerbrechlich und daher sehr hagelsicher.
  • Hohe Temperaturbeständigkeit: Formstabil von -40°C bis +120°C.
  • Geringeres Gewicht als Acrylglas.
  • Günstiger in der Anschaffung.

Nachteile von Polycarbonat:

  • Geringere Kratzfestigkeit im Vergleich zu Acrylglas.
  • Vergilbt ohne spezielle UV-Beschichtung im Laufe der Jahre.
  • Geringfügig geringere Lichtdurchlässigkeit.

Acrylglas (PMMA): Der brillante Spezialist

Acrylglas besticht durch seine brillante, glasähnliche Optik und hohe Transparenz. Es wird oft für hochwertige Wintergärten oder optisch anspruchsvolle Überdachungen eingesetzt.

Vorteile von Acrylglas:

  • Sehr hohe Lichtdurchlässigkeit und brillante Optik.
  • Von Natur aus UV-stabil: Vergilbt nicht und bleibt dauerhaft klar.
  • Hohe Kratzfestigkeit und eine harte, porenfreie Oberfläche.
  • Bessere Schalldämmung (z.B. bei Regen).

Nachteile von Acrylglas:

  • Spröder und bruchempfindlicher als Polycarbonat (weniger hagelsicher).
  • Teurer in der Anschaffung.
  • Geringere Hitzebeständigkeit (bis ca. +80°C).
Eigenschaft Polycarbonat (PC) Acrylglas (PMMA)
Schlagfestigkeit ★★★★★ (Extrem hoch) ★★☆☆☆ (Bruchgefährdet)
Lichtdurchlässigkeit ★★★★☆ (Sehr gut) ★★★★★ (Brillant, glasähnlich)
Kratzfestigkeit ★★★☆☆ (Mittel) ★★★★★ (Sehr hoch)
UV-Beständigkeit ★★★☆☆ (Benötigt Schutzschicht) ★★★★★ (Von Natur aus stabil)
Preis ★★★★☆ (Günstiger) ★★☆☆☆ (Teurer)
Gewicht ★★★★★ (Sehr leicht) ★★★☆☆ (Schwerer)
✅ Empfehlung: Für die meisten privaten Bauvorhaben wie Terrassenüberdachungen, Carports und Gewächshäuser ist Polycarbonat aufgrund seiner Robustheit und des besseren Preis-Leistungs-Verhältnisses die beste Wahl.

Kapitel 2: Die richtigen Maße – Stärke, Größe und Traglast

Die Wahl der richtigen Dimensionen ist entscheidend für die Stabilität, Langlebigkeit und Funktion Ihres Projekts. Eine falsche Stärke kann bei Schneelast brechen, eine zu geringe Neigung führt zu undichten Stellen.

Wie stark müssen Doppelstegplatten sein? Die goldene Regel: 16 mm

Die mit Abstand häufigste Frage betrifft die Plattenstärke. Während es Platten von 4 mm bis 32 mm gibt, hat sich eine Stärke als universeller Standard für die meisten Anwendungen im Außenbereich etabliert:

Für Terrassenüberdachungen, Carports und Pergolen sind 16 mm Doppelstegplatten die absolute Empfehlung.

Warum 16 mm?

  • Optimales Verhältnis von Stabilität und Preis: Sie bieten eine hohe Tragfähigkeit für Schneelasten in den meisten Regionen Deutschlands, ohne so teuer zu sein wie 25- oder 32-mm-Platten.
  • Guter U-Wert: Mit einem U-Wert von ca. 2,5 W/m²K bieten sie eine solide Wärmedämmung und verhindern den Großteil von Hitzestau im Sommer.
  • Große Auswahl: Die größte Vielfalt an Farben, Strukturen (z.B. X-Struktur für mehr Stabilität) und Zubehör ist für 16-mm-Platten verfügbar.

Übersicht Doppelstegplatten-Stärken und Anwendungsbereiche

Übersicht der gängigen Stärken und ihre Anwendung:

Stärke Typische Anwendung Vorteile Nachteile
4-10 mm Gewächshäuser, Frühbeete, Hobby-Anwendungen Günstig, sehr biegsam Geringe Stabilität, kaum Dämmung
16 mm Terrassenüberdachungen, Carports, Pergolen Bester Kompromiss aus Preis, Stabilität & Dämmung Für extreme Schneelasten oder beheizte Wintergärten nicht ausreichend
25-32 mm Beheizte Wintergärten, hochwertige Überdachungen Sehr hohe Stabilität, exzellente Wärmedämmung Deutlich teurer, höheres Gewicht
⚠️ Sonderfall Gewächshaus: Hier reichen oft 10 mm oder sogar 6 mm, da die Spannweiten geringer sind und der Fokus auf maximaler Lichtdurchlässigkeit liegt.

Welche Unterkonstruktion und welches Gefälle sind nötig?

Die Stabilität Ihrer Überdachung hängt maßgeblich von der Unterkonstruktion ab. Die Abstände der tragenden Sparren (Sparrenabstand) richten sich nach der Plattenbreite.

  • Standard-Plattenbreite: Die meisten Doppelstegplatten sind 980 mm oder 1200 mm breit.
  • Sparrenabstand: Der Abstand von Mitte Sparren zu Mitte Sparren sollte Plattenbreite + Breite des Verlegeprofils (ca. 60-80 mm) betragen. Bei einer 980 mm Platte also ca. 1040 mm.
🚨 Das Gefälle ist entscheidend für die Dichtigkeit!
Ein häufiger Fehler ist ein zu geringes Gefälle. Damit Regenwasser sicher abläuft und sich kein Schmutz festsetzt, ist eine Mindestneigung von 5 Grad erforderlich. Das entspricht ca. 9 cm pro Meter Lauflänge.

Faustregel: Je steiler, desto besser die Selbstreinigung und desto geringer die Gefahr von undichten Stellen.

Wie viel Schneelast halten Doppelstegplatten aus?

Die Tragfähigkeit hängt von der Plattenstärke, der Struktur (z.B. X-Struktur) und dem Sparrenabstand ab. Die Hersteller geben die maximale Schneelast in kg/m² an. Für eine 16 mm Platte bei einem üblichen Sparrenabstand von 1000 mm können Sie von folgenden Werten ausgehen:

  • Standard 16 mm Platte: ca. 75 kg/m² (ausreichend für die meisten Regionen in Deutschland)
  • 16 mm Platte mit X-Struktur: bis zu 120 kg/m² (für schneereichere Gebiete)
💡 Wichtig: Prüfen Sie die Schneelastzone Ihrer Region, bevor Sie sich für eine Platte entscheiden!

Kapitel 3: Die Kosten – Was kostet eine Doppelstegplatten-Überdachung?

Die Preisspanne bei Doppelstegplatten ist groß und hängt von Material, Stärke und Qualität ab.

Was kostet der m² Doppelstegplatten?

Die Frage nach den Kosten pro Quadratmeter ist eine der häufigsten. Hier eine grobe Orientierung für Polycarbonatplatten:

Stärke Preis pro m² (ca.) Qualität
10 mm 15 – 25 € Einfache Qualität für Gewächshäuser
16 mm 25 – 45 € Standard für Terrassenüberdachungen
16 mm (hitzereduzierend) 40 – 60 € Spezialbeschichtung gegen Hitzestau
25 mm 50 – 75 € Für hochwertige Wintergärten
✅ Was kosten 16 mm Doppelstegplatten?
Für eine gute, langlebige 16 mm Polycarbonatplatte mit UV-Schutz sollten Sie mit ca. 30-40 € pro Quadratmeter rechnen. Günstigere Angebote unter 25 € sind oft Platten ohne ausreichenden UV-Schutz, die schnell vergilben und spröde werden.

Was ist günstiger als Doppelstegplatten?

Wenn das Budget sehr eng ist, sind PVC-Wellplatten eine günstigere Alternative. Sie kosten oft nur 10-15 € pro m². Allerdings haben sie entscheidende Nachteile:

  • Geringere Lebensdauer und UV-Beständigkeit.
  • Keine Wärmedämmung.
  • Lauter bei Regen.
  • Optisch weniger ansprechend.
💰 Fazit: Für eine dauerhafte und hochwertige Lösung sind Doppelstegplatten die bessere Investition.

Kapitel 4: Die Montage – Wie werden Doppelstegplatten richtig verlegt?

Eine fachgerechte Montage ist der Schlüssel zu einer dichten und langlebigen Überdachung. Hier lauern die meisten Fehlerquellen für Heimwerker.

Kann man Doppelstegplatten direkt verschrauben?

🚨 Nein, auf keinen Fall! Dies ist einer der häufigsten und fatalsten Fehler.

Doppelstegplatten dürfen niemals direkt durch die Platte hindurch mit der Unterkonstruktion verschraubt werden. Der Grund liegt in der thermischen Ausdehnung: Kunststoff dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Eine feste Verschraubung würde zu enormen Spannungen führen, die unweigerlich zu Rissen in der Platte führen. Zudem wäre die Bohrung niemals dauerhaft dicht.

Korrektes Montagesystem für Doppelstegplatten mit Profilen

Die korrekte Befestigung erfolgt immer mit einem Profilsystem:

  1. Unterprofil: Wird auf die Sparren der Unterkonstruktion geschraubt. Es hat Dichtlippen, auf denen die Platte aufliegt.
  2. Oberprofil: Wird auf die Platte gelegt und mit dem Unterprofil verschraubt. Es presst die Platte sicher auf die Dichtungen, ohne sie zu durchbohren.

Dieses System erlaubt es der Platte, sich unter den Profilen auszudehnen und zusammenzuziehen (“schwimmende Lagerung”).

Welche Seite muss bei Doppelstegplatten nach oben?

Fast alle hochwertigen Polycarbonatplatten haben eine einseitige UV-Schutzschicht. Diese Seite muss zwingend nach oben (zur Sonne) zeigen. Sie ist in der Regel durch eine bedruckte Schutzfolie gekennzeichnet.

⚠️ Was passiert, wenn man sie falsch herum verlegt?
Die ungeschützte Seite wird durch die UV-Strahlung innerhalb weniger Jahre zerstört. Die Platte vergilbt, wird spröde und verliert ihre Schlagzähigkeit.

Wie dichtet man Doppelstegplatten richtig ab?

Die Abdichtung erfolgt an zwei kritischen Stellen:

  1. An den Längsseiten: Hier dichten die Gummilippen der Verlegeprofile die Platten ab.
  2. An den Stirnseiten (oben und unten): Die offenen Hohlkammern müssen verschlossen werden, damit kein Wasser, Schmutz oder Insekten eindringen können.
    • Obere Stirnseite (am First): Wird mit einem dichten Aluminium-Klebeband komplett verschlossen.
    • Untere Stirnseite (an der Traufe): Wird mit einem gelochten Aluminium-Klebeband (Anti-Dust-Tape) verschlossen. Dieses lässt eventuell entstehendes Kondenswasser entweichen, verhindert aber das Eindringen von Schmutz.

Zusätzlich werden auf die Stirnseiten Abschlussprofile aus Aluminium gesteckt, die das Klebeband schützen und für einen sauberen Abschluss sorgen.

🚫 Kann man Doppelstegplatten mit Silikon abdichten?
Nein! Verwenden Sie niemals Standard-Silikon. Es haftet schlecht auf Kunststoff, wird schnell spröde und kann die UV-Schutzschicht angreifen. Für Anschlüsse an die Hauswand oder ähnliches muss ein spezielles, neutralvernetzendes Silikon für Kunststoffe verwendet werden.

Kapitel 5: Die Bearbeitung – Wie schneidet man Doppelstegplatten?

Die richtige Technik und das passende Werkzeug sind entscheidend für saubere Schnitte, ohne die Platten zu beschädigen.

Womit schneidet man Doppelstegplatten am besten?

Die beste Methode zum Schneiden von Doppelstegplatten ist eine hochtourige Säge mit einem feinzahnigen Sägeblatt.

  • Handkreissäge oder Tischkreissäge: Dies ist die Profi-Lösung. Verwenden Sie ein Vielzahn-Sägeblatt für Kunststoffe oder NE-Metalle (nicht für Holz!). Eine hohe Drehzahl und ein langsamer, gleichmäßiger Vorschub verhindern das Ausreißen der Kanten.
  • Stichsäge: Für Kurvenschnitte oder kleinere Anpassungen geeignet. Auch hier ein feines Sägeblatt verwenden und die Pendelhub-Funktion ausschalten.
🚫 Kann man Doppelstegplatten mit der Flex schneiden?
Niemals! Der Winkelschleifer (Flex) erzeugt enorme Hitze. Die heißen Späne brennen sich in die Oberfläche der Platte ein und zerstören die UV-Schutzschicht. Zudem schmilzt der Kunststoff an der Schnittkante, was zu einem unsauberen Ergebnis führt.

Kann man Doppelstegplatten mit einem Cuttermesser schneiden?

Nur sehr dünne Platten (bis 4 mm) können mit einem scharfen Cuttermesser und einer Führungsschiene mehrfach geritzt und dann gebrochen werden. Für 16-mm-Platten ist diese Methode ungeeignet.

💡 Wichtige Tipps zum Schneiden:

  1. Schutzfolie drauflassen: Lassen Sie die Schutzfolie während der Bearbeitung auf der Platte, um Kratzer zu vermeiden.
  2. Platte fixieren: Spannen Sie die Platte fest ein, um Vibrationen zu minimieren.
  3. Kammern ausblasen: Nach dem Schnitt müssen die Hohlkammern sorgfältig mit Druckluft von Spänen befreit werden.

Kapitel 6: Die Eigenschaften – Hitze, Lärm und Haltbarkeit

Wie verhalten sich Doppelstegplatten im Alltag? Dieses Kapitel beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Nutzungseigenschaften.

Wie warm wird es unter Doppelstegplatten?

Unter klaren Doppelstegplatten kann es bei direkter Sonneneinstrahlung sehr warm werden (Glashauseffekt). Um die Hitze zu reduzieren, gibt es spezielle Varianten:

  • Opale (weiße) Platten: Reflektieren einen Großteil des Sonnenlichts und sorgen für ein diffuses, blendfreies Licht. Die Hitzereduktion ist gut.
  • Bronze (getönte) Platten: Reduzieren die Blendung und bieten eine angenehme Lichtstimmung.
  • Hitzereduzierende (IQ-Relax) Platten: Diese haben eine spezielle Beschichtung, die Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) reflektiert, aber sichtbares Licht durchlässt. Sie bieten die beste Hitzereduktion und sind ideal für Süd-Terrassen.

Sind Doppelstegplatten bei Regen laut?

Ja, Regentropfen auf Kunststoffplatten können ein trommelndes Geräusch verursachen, das lauter ist als bei Glas oder Ziegeln. Acrylglas ist hier aufgrund seiner höheren Materialdichte etwas leiser als Polycarbonat. Spezielle “Silent”-Platten mit schalldämpfenden Eigenschaften können das Geräusch reduzieren, sind aber teurer.

Wie lange halten Doppelstegplatten?

Die Lebensdauer hängt stark von der Qualität der UV-Schutzschicht ab.

  • Hochwertige Marken-Polycarbonatplatten: Haben eine Herstellergarantie von 10 Jahren gegen Vergilbung und Hagelschäden. Die tatsächliche Lebensdauer liegt oft bei 15-20 Jahren.
  • Günstige Platten ohne UV-Schutz: Können bereits nach 3-5 Jahren sichtbar vergilben und spröde werden.
✅ Welche Doppelstegplatten vergilben nicht?
Acrylglas vergilbt von Natur aus nicht. Bei Polycarbonat sollten Sie auf eine hochwertige, coextrudierte (also fest mit dem Material verbundene) UV-Schutzschicht achten. Billige, nur aufgedampfte Schichten können sich mit der Zeit ablösen.

Sind Doppelstegplatten hagelfest?

Polycarbonat-Doppelstegplatten sind extrem hagelsicher. Die hohe Schlagzähigkeit des Materials widersteht selbst großen Hagelkörnern. Viele Hersteller geben eine Garantie auf Hagelschlag bis zu einer bestimmten Korngröße (z.B. 20 mm).

Acrylglas ist deutlich bruchempfindlicher und kann bei starkem Hagel brechen.

Kapitel 7: Pflege und Probleme – Was tun bei Algen, Kratzern und Kondenswasser?

Mit der richtigen Pflege bleibt Ihre Überdachung lange schön. Doch was tun, wenn doch mal Probleme auftreten?

Wie reinigt man Doppelstegplatten am besten?

Die Reinigung ist einfach, aber es gibt ein paar wichtige Regeln:

  1. Viel Wasser verwenden: Spülen Sie losen Schmutz (Staub, Blätter) zuerst mit reichlich Wasser ab.
  2. Milde Seifenlauge: Verwenden Sie lauwarmes Wasser mit einem milden Haushaltsreiniger oder speziellem Kunststoffreiniger.
  3. Weiche Werkzeuge: Nutzen Sie einen weichen Schwamm, ein Mikrofasertuch oder eine weiche Waschbürste.

🚫 Was Sie unbedingt vermeiden sollten:

  • Hochdruckreiniger (Kärcher): Der harte Wasserstrahl kann die UV-Schutzschicht beschädigen und die Dichtungen der Profile unterwandern.
  • Scheuermittel und harte Bürsten: Verursachen Kratzer.
  • Lösungsmittelhaltige Reiniger (Benzin, Aceton): Greifen den Kunststoff an.

Wie entferne ich Grünbelag (Algen) von Doppelstegplatten?

Grünbelag lässt sich meist mit einem speziellen Algen- und Moosentferner für Kunststoffe oder einer milden Essiglösung (stark verdünnt!) und einer weichen Bürste entfernen. Wichtig ist, danach gründlich mit klarem Wasser nachzuspülen.

Wie bekomme ich Wasser aus den Hohlkammern?

Kondenswasser in den Kammern ist ein häufiges Problem, das meist auf Montagefehler zurückzuführen ist:

  • Falsches oder fehlendes Anti-Dust-Tape: Wenn die unteren Stirnseiten nicht mit dem gelochten Klebeband verschlossen sind, kann Feuchtigkeit eindringen und nicht mehr entweichen.
  • Beschädigte Dichtungen: Defekte Gummis an den Verlegeprofilen können zu Wassereintritt führen.

💡 Lösung:

  1. Entfernen Sie die unteren Abschlussprofile.
  2. Prüfen Sie das Klebeband. Ist es beschädigt oder falsch, ersetzen Sie es durch neues, gelochtes Anti-Dust-Tape.
  3. Lassen Sie die Kammern austrocknen (kann einige Tage dauern).
  4. Bringen Sie die Abschlussprofile wieder an.

Kann man Doppelstegplatten betreten oder begehen?

🚫 Nein! Doppelstegplatten sind nicht begehbar. Eine punktuelle Belastung durch einen Fußtritt führt unweigerlich zum Bruch der Platte, auch wenn sie Schneelasten flächig tragen kann. Für Arbeiten auf dem Dach müssen Sie immer eine Bohle oder Leiter über mehrere Sparren legen, um das Gewicht auf die Unterkonstruktion zu verteilen.

Kapitel 8: Die häufigsten Fragen – Schnellantworten

Hier finden Sie kompakte Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen, die nicht in den vorherigen Kapiteln behandelt wurden.

Kann man Doppelstegplatten biegen?

Ja, Doppelstegplatten können quer zu den Stegen gebogen werden, z.B. für gewölbte Überdachungen. Der minimale Biegeradius hängt von der Plattenstärke ab. Für 16 mm Platten liegt er bei ca. 2,5 Metern. Wichtig: Biegen Sie niemals längs der Stege, da die Platten sonst brechen.

Kann man Doppelstegplatten bohren?

Ja, aber mit Vorsicht. Verwenden Sie einen scharfen Holzbohrer und bohren Sie langsam, um ein Ausreißen zu vermeiden. Bohren Sie niemals in die Hohlkammern hinein, da diese dann undicht werden. Bohrlöcher sollten immer größer sein als die Schrauben, um thermische Ausdehnung zu ermöglichen.

Sind Doppelstegplatten UV-durchlässig? Wird man darunter braun?

Hochwertige Doppelstegplatten mit UV-Schutzschicht blockieren nahezu 100% der schädlichen UV-B- und UV-C-Strahlung. UV-A-Strahlung, die für die Bräunung verantwortlich ist, wird jedoch teilweise durchgelassen. Sie werden also unter einer klaren Doppelstegplatte braun, aber deutlich langsamer als in der direkten Sonne und mit geringerem Sonnenbrandrisiko.

Wie weit dehnen sich Doppelstegplatten aus?

Polycarbonat hat einen Ausdehnungskoeffizienten von ca. 0,065 mm pro Meter und pro Grad Celsius Temperaturunterschied. Bei einer 3 Meter langen Platte und einem Temperaturunterschied von 50°C (z.B. von -10°C im Winter bis +40°C im Sommer) ergibt sich eine Längenänderung von ca. 10 mm. Deshalb ist die schwimmende Lagerung im Profilsystem so wichtig!

Sind Doppelstegplatten Sondermüll?

Nein, Doppelstegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sind kein Sondermüll. Sie gehören zum Restmüll oder können auf dem Wertstoffhof als Kunststoff entsorgt werden. Einige Hersteller bieten auch Recyclingprogramme an.

Welche Farbe ist für Doppelstegplatten am besten?

Die Wahl der Farbe hängt von Ihrem Einsatzzweck ab:

  • Klar/Transparent: Maximale Lichtdurchlässigkeit, ideal für Gewächshäuser. Kann aber zu Hitzestau führen.
  • Opal/Weiß: Reduziert Hitze und Blendung, sorgt für diffuses Licht. Sehr beliebt für Terrassenüberdachungen.
  • Bronze/Getönt: Angenehme Lichtstimmung, gute Hitzereduktion, aber weniger Helligkeit.
  • Hitzereduzierend (IQ-Relax): Beste Hitzereduktion bei hoher Lichtdurchlässigkeit, aber teurer.

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✅ Fazit: Ihr Weg zur perfekten Doppelstegplatten-Überdachung

Doppelstegplatten sind eine hervorragende Wahl für nahezu jede Überdachung – vorausgesetzt, Sie wählen die richtige Stärke, das passende Material und montieren sie fachgerecht. Mit diesem Ratgeber haben Sie nun das komplette Wissen an der Hand, um Ihr Projekt erfolgreich umzusetzen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Für Terrassenüberdachungen sind 16 mm Polycarbonat-Doppelstegplatten die beste Wahl.
  • Niemals direkt verschrauben – immer ein Profilsystem verwenden.
  • Die UV-Schutzseite muss nach oben – achten Sie auf die Markierung.
  • Mindestneigung 5 Grad für eine dichte und selbstreinigende Überdachung.
  • Hochwertige Platten mit UV-Schutz halten 15-20 Jahre, günstige Platten vergilben schnell.

Wenn Sie noch Fragen haben oder Unterstützung bei der Planung Ihres Projekts benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Besuchen Sie unseren Shop und entdecken Sie unser komplettes Sortiment an Doppelstegplatten und Zubehör!

Bildnachweise: Montagesystem-Grafik, Material-Vergleich und Stärken-Übersicht: Eigene Darstellungen

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